Die Habsburger Monarchie

und die Kaiserlich-Königliche Monarchie Österreich-Ungarn

Es lohnt sich einen gesonderten Blick auf den Hopfenanbau im Habsburger Reich, später "K & K Österreich-Ungarn Monarchie" ab etwa Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Erlöschung nach dem 1. Weltkrieg zu werden.

Im gesamten Staatsgebiet waren sowohl was die Notwendigkeit der Breitengrade betraf und auch hinsichtlich der klimatischen Bedingungen Hopfenbau möglich. Daher gab es über das ganze Reich hinweg Hopfengebiete, meist nur für den regionalen Braubedarf.

Die damaligen regional-politischen Gebietsbezeichnungen sind in den modernen Landkarten weitgehend verschwunden, so bspw. die "Backa". In diesem Exkurs soll - der historischen Vollständigkeit halber - nochmals eine Aufstellung dieser Gebiete erfolgen, mit Anbauflächen und Erntemengen, soweit diese vorliegen.

 

Das Gebiet der K & K Österreich-Ungarn Monarchie

Die Karte (s. r.) zeigt das Gebiet der Österreich-Ungarischen Monarchie, die 1867 durch den "Österreichisch-Ungarischen Ausgleich" entstand. Die heutige politische Gliederung umfasst dabei die folgenden Nationen:

  • Österreich
  • Ungarn
  • Slowenien
  • Kroatien
  • Bosnien und Herzogewina
  • Tschechien
  • Slowakei

Teile von:

  • Rumänien
  • Montenegro
  • Polen (das sog. 'Kongresspolen' war in Personalunion mit Russland verbunden)
  • Italien (Südtirol, Trentino, Venedig)
  • Ukraine
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Die zentralen und östlichen Teile des Reiches waren von einer Vielfalt an Völkern besiedelt. Südlich, schon ab Wien, war das Land durch die türkische Besetzung und nach dem Rückzug der Türken entvölkert. 1683 beendete der Sieg am Kaltenberg (bei Wien) endgültig die osmanische Expansion und die Türken zogen sich aus Ungarn und weiten Teilen Südosteuropas zurück. Zur Wiederbelebung der nun weitgehend entvölkerten Gebiete, begann die Habsburger Monarchie die Ländereien wieder zu besiedeln. Es waren vor allem deutschstämmige Auswanderer. In der Geschichte wird dieser Vorgang als "Schwabenzüge" bezeichnet. Die Siedler kamen zumeist aus Südwestdeutschland undfuhren ab Ulm in floßähnlichen Schiffen, die im Volksmund "Ulmer Schachtel" benannt wurden. Ihr neues Siedlungsgebiet waren neben Ungarn vor allem Serbien und Rumänien.

Im Kontext zu dieser Betrachtung der Hopfengeschichte ist diese Ansiedlung von Bedeutung: die Neusiedeler begannen in ihrer neuen Heimat auch Hopfen anzubauen, der bis heute Bestand hat, allerdings nur für den regionalen Bereich von Bedeutung ist.

Hopfenanbaugebiete der früheren K & K Monarchie und ihre Erntemengen

Zum Vergleich der nachfolgenden Daten:

In der Hallertau wurden im Jahr 2015 ca. 15000 ha geerntet.

Siebenbürgen Rumänien
Banat Rumänien/Serbien/Ungarn
Backa (Batschka) Serbien/Ungarn
Mühlviertel Österreich
Böhmen und Mähren Tchechien*
Bukowina Ukraine
Wolhynien Ukraine
Galizien Polen/Ukraine
Posen Polen
Lublin Polen
(Süd-Steiermark) Slowenien*

* Die Saazer (Böhmischen) und die slowenischen Hopfen werden auch heute noch auf dem Weltmarkt gehandelt.